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Die maschinelle Aufbereitung von Laborglas

Bei der maschinellen Reinigung von Laborglas muss der Anwender ein Reinigungssystem auswählen, welches die Kontamination des Laborglases in Abhängigkeit der Anwendung ausreichend entfernen kann. Das Reinigungssystem setzt sich aus dem Laborspüler, dem Beladungsträger und dem Reinigungsprogramm zusammen.


Laborspüler

Die Wahl des Laborspülers basiert auf Kriterien wie Kapazität/Charge bzw. Menge an Laborglas/Tag, der zur Verfügung stehenden Fläche, Art der Aufstellung (untergebaut, freistehend), räumliche Trennung zwischen reine und unreine Seite, Programmiermöglichkeiten der Steuerung etc.


Beladungsträger

Zur Aufnahme der Laborgläser in den Laborspüler sind Wagen, Körbe und Einsätze erforderlich. Die Geometrie der Laborgläser (Ø der Öffnung, Ø des Körpers, Höhe der Laborgläser) ist ausschlaggebend dafür, ob diese mittels Injektordüsen oder rotierenden Sprüharmen gereinigt und gespült werden. Für Laborglas mit engem Hals, z.B. Mess-, Rund- und Enghals-Erlenmeyerkolben sind Wagen, Körbe und Einsätze notwendig, die mit Injektordüsen ausgestattet sind. Die Injektordüse ragt in das Laborglas und sorgt so für eine gründliche Innenreinigung, -spülung und -trocknung. Die rotierenden Sprüharme im Laborspüler reinigen und spülen die Laborgläser von außen. Pipetten werden in „Trichter“ bzw. Hülsen gestellt, so dass diese von unten nach oben während der Reinigung/Spülung mit Wasser und während der Trocknung mit Heißluft durchströmt werden. Bechergläser, Petrischalen, Weithals-Erlenmeyerkolben und Reagenzgläser werden in spezielle Einsätze positioniert. Diese werden dann in Unter- und Oberkörbe gestellt. Die Sprüharme vom Oberkorb und Laborspüler sorgen für die Innen- und Außenreinigung sowie die Spülung der Laborgläser.


Reinigungsprogramme

Ziel der Reinigung ist es, die Kontamination der Laborgläser für die entsprechende Anwendung ausreichend zu entfernen. Daher sind die Kenntnisse über die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Kontamination von besonderer Bedeutung für den Ablauf eines Reinigungsprogramms und der Wahl der Prozesschemikalien. Die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Kontamination umfassen z. B. die Löslichkeit im Wasser (pH 2713), chemische Umsetzung durch Hydrolyse oder Oxidation, den Schmelz- oder Erweichpunkt, Möglichkeit der Emulsionsbildung, etc. Ein Reinigungsprogramm besteht aus mehreren Prozessabschnitten.
Das UNIVERSAL-Programm setzt sich wie folgt zusammen: kalte Vorspülung, heiße alkalische Reinigung, saure Neutralisation, 1 – 2 Zwischenspülungen, heiße Nachspülung und Trocknung. Dieses Programm eignet sich, um wasserlösliche Rückstände und unterschiedliche organische Kontaminationen zu entfernen. Bei Zell- und Gewebekulturen sollte während der alkalischen Reinigung noch zusätzlich ein Oxidationsmittel auf der Basis von Wasserstoffperoxid oder Hypochlorit eingesetzt werden. Bei starker bis sehr starker Verschmutzung der Laborgläser mit Fetten und Parafinwachs (Lebensmittelindustrie, Petroindustrie) hat sich das ORGANICA-Programm bewährt, welches im Vergleich zum UNIVERSAL-Programm eine zweifache heiße alkalische Reinigung bei höherer Temperatur vorsieht. Durch die zweifache heiße alkalische Reinigung kann die Menge an Fetten und Parafinwachs besser aus dem Laborspüler transportiert werden. Während der ersten Reinigung kann zusätzlich ein Emulgator dosiert werden, um die organischen Rückstände zu emulgieren. Bei anorganischen Kontaminationen (z.B. Metallsalze) empfiehlt sich eher das ANORGANICA-Programm, welches im Vergleich zum UNIVERSAL-Programm eine heiße saure Vorreinigung vor der alkalischen Reinigung vorsieht. Als Säuren werden in der Regel Zitronensäure und Phosphorsäure verwendet.
Quelle: Schneider, Roy: Maschinelle Aufbereitung von Laborglas. In: Laborkatalog. Informationszentrum für Labortechnik GmbH (Hrsg.). 17. Ausgabe. Berlin 2020. S. 277.
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