Sichere Lagerung im Labor
Ein flexibles Raumkonzept ist für das moderne Labor extrem wichtig. Laborabläufe befinden sich im ständigen Wandel und so sollte schon in der Planungsphase ein nachhaltiges Lagerkonzept für Gefahrstoffe bedacht werden. Zentrale feuerwiderstandsfähige Lagerräume gehören zwischenzeitlich der Vergangenheit an. Heutzutage spielen feuerwiderstandsfähige Sicherheitsschränke die Hauptrolle – sie gewährleisten einen hohen Sicherheitsgrad und beugen gleichzeitig hohen Kosten bei zukünftigen Renovierungen vor. Die rechtlichen Grundlagen zum Umgang mit Gefahrstoffen werden unter anderem über weltweite Verordnungen (wie bspw. Die GHS), die Gefahrstoffverordnung, technische Regeln zum Umgang mit Gefahrstoffen und letztendlich durch weitere Gesetze und Vorschriften geregelt.
Feuerbeständige Sicherheitsschränke nach DIN EN 14470-1
Diese Schränke ermöglichen in modernen Laboren die – entsprechend ihrer geprüften Feuerwiderstandsdauer – risikominimierte ortsnahe Vorhaltung toxischer, entzündbarer, explosionsfähiger Stoffe und von Stoffen mit Kombinationen der genannten gefährlichen Merkmale. Im Brandfall ist für den der Feuerwiderstandsklasse entsprechenden Zeitraum die Gefahr der Beteiligung der im Schrank verwahrten Substanzen am Brand nahezu ausgeschlossen. Bei einer ordnungsgemäßen Aufbewahrung im Sicherheitsschrank sind die entzündbaren Flüssigkeiten demnach bei den Lösch- und Rettungsvorgängen nicht vorrangig zu berücksichtigen. Dies bedeutet, dass sich die Einsatzkräfte primär auf die Beherrschung des Brandes und die Rettung verunfallter Personen konzentrieren können. Die Sicherheitsschränke unterliegen den Prüfkriterien der DIN EN 14470-1, in der die baulichen Anforderungen und Prüfbedingungen geregelt sind. Die Feuerwiderstandsfähigkeit ist in 4 Klassen eingeteilt (Typ 15, 30, 60 und 90), die Zahl nennt die Dauer in Minuten, der die sicherheitsschränke dem Brand mindestens widerstehen (Typ 90) müssen. In den heutigen Laboren ist ein Sicherheitsschrank mit einer Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten Stand der Technik.
Feuerbeständige Druckgasflaschenschränke nach DIN EN 14470-2
Oftmals ist die dezentrale Bereitstellung und Entnahme von Druckgasen die kostengünstigere Lösung. Denn, gerade beim Einsatz von korrosiven Gasen sind die Preise für die notwendigen langen Rohrleitungen sehr hoch.
Bei der dezentralen Lagerung reduzieren sich die notwendigen Rohrleitungen auf ein Minimum. Somit wird z.B. auch der Verbrauch von Spülgasen deutlich verringert. Ist eine flexible örtliche Nutzung von Druckgasen gefordert, sind Typ G90-Sicherheitsschränke die bessere Wahl. Steht man vor der Wahl sich für einen zentrale oder dezentrale Gasversorgung zu entscheiden sollten auf alle Fälle die aktuellen technischen Entwicklungen berücksichtig werden. Druckgasflaschenschränke geprüft gemäß EN 14470-2 bieten heute das gleiche Sicherheitsniveau wie Sicherheitsschränke Typ 90 zur Lagerung von entzündbaren Flüssigkeiten – nämlich 90 Minuten Feuerwiderstandsfähigkeit.
Säuren- und Laugenschränke
Säuren und Laugen können aggressive Dämpfe, Nebel oder Rauche abgeben. Eine Lagerung dieser Stoffe muss daher so erfolgen, dass sowohl der Mensch als auch die Umwelt nicht gefährdet werden. Direkt am Arbeitsplatz kann die Lagerung von Säuren und Laugen – möglichst getrennt – in speziellen, sogenannten „Säuren-/Laugenschränken“ aus weitestgehend korrosionsbeständigem Material erfolgen. In Deutschland gibt es allerdings bezüglich der erforderlichen Lagerschränke keine DIN- oder EN-Norm. Die Anforderungen an die Lagerschränke ergeben sich aus verschiedenen Rechtsvorschriften.
- Ausrüstung mit Auffangwannen, um das Auslaufen zu verhindern. Sie müssen 10 % der eingelagerten Menge oder mindestens den Inhalt des größten Behälters aufnehmen können.
- Die Korrosionsbeständigkeit und die Verträglichkeit mit den eingelagerten Säuren und Laugen muss gegeben sein
- Der Schrank muss an ein Abluftgebläse angeschlossen sein, das die austretenden Dämpfe ständig ins Freie leitet.
- Starke Säuren und starke Laugen müssen in separaten Schrankbereichen (getrennt voneinander) gelagert und abgesaugt werden, weil deren Dämpfe/Nebel unter Wärmeentwicklung reagieren können.
FAZIT
Gefahrstoffe sind aus einem modernen Labor nicht mehr wegzudenken – ebenso wenig die Gefahren die von diesen Chemikalien, Druckgasen, Säuren oder Laugen ausgehen. Mit Sicherheitsschränken, konstruiert und brandkammergeprüft nach den europäischen Standards EN 14470 Teil 1 und 2 sowie adäquaten Schränken zur Lagerung von z.B. aggressiven nicht entzündbaren Gefahrstoffen lassen sich jedoch die Risiken bei der Lagerung dieser Gefahrstoffe auf ein Minimum reduzieren!
Quelle: Informationszentrum für Labortechnik GmbH: Laborkatalog. 17. Ausgabe. Berlin 2020. S. 1075.